Cut And Grow Methode kurz CAG

 
 

Climate, ein medical Grower aus Spanien, hat mit seiner CAG-Methode das 12/12 System von Space Cees verfeinert. Im Gegensatz zu Space Cees, der bei seinem System ausschließlich mit Sämlingen arbeitete, verwendet Climate meist Stecklinge, die er in ei­nen separaten Wachstumsraum vorzieht. Wie seine CAG-Methode funktioniert schildert er hier:

Ich möchte Euch eine „neue” Grow-Methode vorstellen, die ich „Cut And Grow Methode”, kurz CAG nenne. Sicherlich kann es sein, dass dieses System auch schon von anderen Growern praktiziert wird. aber mir ist bisher niemand begeg­net, der es genauso macht. Viele Grower kennen und arbeiten mit der SoG- („See of Green”) und Scrog-Methode (Bie­gen von Pflanzenarmen). Gerade bei der SOG-Methode arbeitet man in der Regel mit Mutterpflanzen, von denen Steck­linge genommen werden. Bei der CAG ­Methode verzichte ich aber komplett auf Mutterpflanzen, denn die Stecklinge wer­den vom 6. bis zum 10. Tag bei 12/12 (12 Stunden Licht 12 Stunden Dunkelphase) geschnitten!

Ich habe zwei Räume in denen ich anbaue. Ein kleiner Vegetations-Raum, der ist auf 18 Stunden Licht 6 Stunden Dunkelphase eingestellt. Und dann be­treibe ich noch einen großen Blüteraum. der läuft auf 12 Stunden Licht 12 Stun­den Dunkelphase. Die Stecklinge sind so­lange auf 18/6, so dass der Zeitpunkt un­gefähr zusammen fällt, an dem die Plants unter 18/6 die richtige Größe erreicht ha­ben und die Plants unter der Blütelampe (12/12) fertig sind. Dann wird geerntet und die Pflanzen, die zuvor unter 18/6 standen, kommen nun auf 12/12. Nach 2-3 Tagen habe ich dann die Lichtintensität im 12/12-Raum, im Vergleich zum Wachs­tumsraum nach und nach um das Zehn­fache erhöht. Nun warte ich noch zwi­schen 6 bis 10 Tage und schneide dann alle Stecklinge für den nächsten Durchgang. Das heißt, dass ich während dieser Zeit den 18/6 Raum etwa eine Woche kom­plett ausmachen kann. Sind die Steckies geschnitten, gehen die Lampen wieder an und das Spielchen wieder von vorne los.

Die Herausforderung ist natürlich, dass der Blüteraum flüssig durchlau­fen kann und dass die Übergänge schön passen. Da muss man sehr vorausschau­end arbeiten. Nach mehreren Jahren des Testens, kann ich aber behaupten, dass diese Methode einwandfrei funktioniert. Solange man diszipliniert ist und sich an die „Regeln” hält:

– Die Genetik muss viel Sativa enthalten und sehr stabil sein, sonst geht es nur 1-3 Durchgänge. Mein absoluter Favorit mit dieser Methode ist Super Silver Haze.

– Autoflowering-Sorten sind ungeeignet. Die meist „günstigen” und nicht ganz so stabilen Sorten sind auch weniger gut. Die Lichtintensität muss bei Umstellung von 18/6 auf 12/12 ziemlich schnell, mindestens 6x so stark werden. Ideal sind 10x oder mehr!

– Der Zeitpunkt, wann man die Plants auf 12/12 stellt ist entscheidend. Sind sie et­was zu klein, kann man schlecht Steckies schneiden und sie sind zu schnell erntereif.­ Sind sie zu groß, wachsen sie im Blü­teraum schnell zu hoch und brauchen län­ger bis sie fertig sind. Dafür muss man mit der Zeit ein Auge bekommen. Ich stelle sie ca. bei 20-25 cm Wuchshöhe auf 12/12 um. Dieser Zeitpunkt hängt auch von der Sorte ab. Es gibt Sativa Strains, die ich schon mit max. 15 cm Höhe in die Blüte stellen muss.

– Ich nehme immer mindestens 3o% mehr Steckies, als eigentlich benötigt. So kann ich Stecklings-Ausfälle kompensieren und schaffe es leichter, alle auf die ca. selbe Größe zu bekommen. Zu kleine Ste­ckies werden aussortiert.

– Ich nummeriere und kennzeichne im­mer ALLE neuen Stecklinge und Säm­linge. Grundsätzlich verwende dabei fe­minisiertes und reguläres Saatgut, keine Automatik-Sorten. So können männliche oder schwache Plants beim nächsten Durchgang einfacher aussortiert werden.

Es macht in meinen Augen Sinn, den Blüteraum doppelt so groß zu haben, wie eigentlich benötigt. Sind die Plants auf 12/12 noch nicht ganz fertig, aber auf 18/6 haben sie schon die richtige Größe, dann kann man sie trotzdem schon auf 12/12 stellen. Das hat Vorteile wie: Stro­mersparnis, Zeitersparnis und die Mög­lichkeit, mehrere Genetiken gleichzeitig zu haben: Zudem sind nur zwei statt drei Räume/Schränke notwendig, da ein Mut­terpflanzenraum überflüssig ist.

Nachteile:

– Wurzeln die Steckies nicht, kann es sein, dass die Genetik futsch ist.

– Schneidet man die Steckies zu spät, kommen sie nicht mehr richtig in das Wachstum.
– Indicas sind nicht so gut für die Methode geeignet, weil man wegen des kurzen Wuchses relativ schlecht Steckies nehmen kann.

– Man muss die zeitlichen Abfolgen beim 12/12 System genau einhalten.

Ich habe mit der Super Silver Haze (Greenhouse & Mr. Nice) und der NL5&Haze (alter Haze-Phenotyp von Sensi Seeds) sehr gute Erfahrungen bezüglich der CAG-Methode gemacht und dabei schon 6-7 Durchgänge in einem Jahr geschafft!

Dabei habe ich nicht eine einzige Banane, sprich Zwitter gesehen und sehr gute Ern­ten eingefahren. Ich liebe die Sortenviel­falt und growe gleichzeitig 10 Sorten, mit den jeweiligen Phenosgrowen. Nach 2-3 Durchgängen kann ich meine Gene­tik auch problemlos zu ca. 8o% austau­schen, wenn ich will. Das mache ich sehr oft, denn es gibt nur wenige Sorten, die ich länger als ein halbes Jahr konsumie­ren kann. Der Markt wird immer größer und es gibt interessante Sorten. Aller­dings habe ich den Eindruck, dass die be­sten Strains in den 9oer Jahren oder da­vor entstanden sind.



 
 

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