LED Lampen von SAN Light Power LED M30

 
 

Seit einigen Ausgaben findet ihr im grow! Magazin immer wieder Berichte von LED-Lampen, die sich einem Praxis-Test unterziehen mussten. Nicht erst die aktuelle Verleihung des Physik-Nobelpreises an Forscher aus dem Bereich der LED-Technik zeigt, wie wichtig diese neuen Leuchtmittel werden können. Zur Zeit gelten die Natrium Hochdrucklampen (NDL) als das Non plus Ultra, wenn es um die Beleuchtung von Pflanzen geht. Unsere bisherigen Testkandidaten schnitten besser ab als erwartet, dennoch konnten sie keine Wunder bewirken: Mehr als 1 Gramm pro Watt war kaum möglich. Und angesichts der geringeren Leistungsaufnahme (im Vergleich zu einer NDL) ist dann auch der Ertrag entsprechend geringer. In dieser Ausgabe können wir euch den Test der SANLight-Lampe präsentieren, die bereits im Vorfeld hohe Erwartungen weckte.

Anders als alle bisher getesteten LED Panels bietet die Firma SANLight keine komplette Lampe an, sondern kleine 30 Watt Module, die mittels Alu Schienen miteinander verbunden wer den können. Der Vorteil ist offensichtlich: Durch den modularen Aufbau lassen sie sich vielseitig einsetzten, in großen und kleinen Räumen. Hinzu kommt, dass sie eine ideale Ausleuchtung der gesamten Fläche ermöglichen. Das Licht der einzelnen Module überlappt sich und leuchtet so auch Stellen aus, die unter einer zentralen Lichtquelle durch Blätter und andere Pflanzen verdeckt und entsprechend schattig wären. Ein weiterer, offensicht licher Unterschied zu den anderen LED-Lampen ist die passiv Kühlung. Hier brummt kein Ventilator, der irgendwann auch kaputt gehen kann, die Kühlung der LED-Module erfolgt nur über groß dimensionierte Kühlrippen,
Nur die Installation ist bei erstmalige, Inbetriebnahme etwas aufwendiger. Während die LED-Panels nach dem Prinzip Plug&Play nur aufgehängt und der Stecker in die Steckdose gesteckt werden braucht, muss jedes Modul von SAN-Light  mit einem Netzteil verbunden werden. Die Netzteile werden am besten auf einer stabilen Holzplatte verschraubt und gut geschützt vor Feuchtigkeit außerhalb des Growraums angebracht. Jedoch dürfen die Netzteile auch nicht zu weit entfernt sein, aufgrund der Länge der Kabel. Die Netzteile können im Betrieb warm werden, deshalb ist bei ihrer Platzierung auch darauf zu achten, dass die erwärmte Luft abziehen und durch kühlere ersetzt werden kann.
Unserem Grower, der freundlicherweise seine Zeit und Energie in diese Testläufe investiert, hat das System von SANLight auf Anhieb gefallen. Das Montieren stellte für ihn keine Herausforderung dar und so war das im 1m x 1m große Growzelt schnell eingerichtet. Ihm stand ein System mit insgesamt zwölf Modulen zur Verfügung, von denen jedes eine Leistung von 3o Watt hat. Zusammen brachten sie es also auf eine Leistung von 36o Watt. Wenn alles korrekt abläuft und keine Komplikationen auftreten, so rechnete es sich unser Grower aus, müssten zwischen 35o und 400 Gramm Ertrag dabei rauskommen. Das wäre ein Ergebnis, das endlich mal in Reichweite der NDLs kommen würde…
Wie immer setzte unser Grower Stecklinge der Sorten Critical und Cheese ein. Insgesamt passten 36 Pflanzen, in 3,5 Liter Töpfen, in das Zelt. Die jungen Pflanzen hatten nach dem Bewurzeln noch to Tage in der vegetativen Phase verbracht, um mehr Blatt- und Wurzelmaterial bilden zu können. Er nutzte seine bewahrte Pflanzenerde und den hydroponischen Dünger, so wie er es auch in seinem Vergleichszelt mit einer 600 Watt NDL dei den identischen Pftanzen eingesetzt. Die Pflanze im NDL-Zelt dienen ihm als Referenz, um einen Vergleich zu haben, in wieweit die Pflanzen unter LED sich im Wuchs- und Blüteverhalten unterscheiden. Im NDL -Zelt erntet er 600 Gramm, oft auch mehr Diese Blüten sind groß, kompakt und fühlen sich schwer an. Er weiß, so müssen Pflanzen aussehen, damit am Ende der Ertrag möglich wird, den er für seinen Eigenbedarf benötigt.
Was das Lichtspektrum der SAN-light Module angeht, fällt direkt ihr “weißes” Spektrum auf Während das Licht bei vielen LED-Panels oft rötlich-violett erscheint, ähnelt dieses Licht vielmehr dem natürlichen Tageslicht. Aber auch nicht ganz, worauf wir später noch zu sprechen kommen. Jedenfalls brauchten wir für das Fotografieren keinen Filter, wie er bei anderen Lampen unerlässlich ist, sollen die Pflanzen halbwegs grün aussehen. Die Temperaturen im LED-Zelt lagen in diesem Versuch wahrend des Lichtzyklus bei 25°C, bei Dunkelheit um 20″C. Die Luftfeuchtigkeit pendelte zwi schen 55 und 65 Prozent. Um diese Klimaweite zu erreichen, setzt der Grower einen Abluftventilaltor sowie einen kräftigen Umluftventilator ein. Der Umluftventilator hätte auch eine Nummer kleiner ausfallen können, aber den Pflanzen gefällt die frische Prise offenbar sehr gut. Und nicht zuletzt, so der Grower. werden die Stiele und Stängel stabiler, uni die hoffent lieh schweren Blüten tragen zu können.
Bei diesem Growdurchgang blieb er von Problemen oder Schwierigkeiten weitestgehend verschont. Zum Ende der Blütezeit wiesen einige der Criticalpflanzen überdüngungssymptome auf. Die Cheesepflanzen blieben davon aber weitestgehend verschont und hatten bis zur Ernte eine gesunde grüne Farbe.
Als es an die Bestimmung des passenden Erntezeitpunkts ging, zeigte sich, dass das Licht der SANLight doch nicht ganz dem Tageslicht entspricht. Während einige Pflanzen im LED-Zelt viele dunkle Härchen zeigten, waren sie unter richtigen Tageslicht betrachtet dann gar nicht mehr so dunkel. Bereits in der sechsten Blütewoche, hatte sich der Grower gemeldet und Alarm geschlagen, weil er befürchtete, dass die Pflanzen viel zu früh reifen würden. Das wäre an sich ja kein Problem, wenn die Blüten dann auch die entsprechende Größe erreicht hätten. Doch dafür sind sechs Wochen bei diesen Sorten einfach zu wenig. Wie sich herausstellte, waren die Pflanzen also nicht frühreif, lediglich das Lichtspektrum der LEDs sorgt in diesem Fall für eine optische Täuschung. Die Pflanzen waren noch eine weitere Woche im LED-Zelt, bevor auch der prüfenden Blick, durch die Lupe auf die Trichome zu erkennen gab, jetzt ist es Erntezeit. Unser Grower hatte den Eindruck, dass gerade die Cheesepflanzen noch locker etwas länger gekonnt hätten, allerdings wären sie dann auch irgendwann überreif gewesen. Dann haben die Blüten eine ganz andere Wirkung auf ihn, machen ihn müde und schlaff und darauf steht er nicht so sehr. Relativ früh geerntet, mit gerade milchig werdenden Trichomen, wirken sie eher anregend und Stimmungsaufhellend. Und das bringt ihm viel mehr…
Da er auf Erde anbaut, ist das mit dem Spülen immer so eine Sache. Praktisch ist es unmöglich, die Erde von allen Nährstoffen, Salzen und Verunreinigungen zu befreien. Um dennoch die Pflanzen „zu spülen” und dafür zu sorgen, dass die eingelagerten Nährstoffe in Pflanzenmaterial umgewandelt werden (dadurch wird u.a. der Geschmack erheblich verbessert), schneidet er die Pflanzen ab und stellt sie wie Tulpen in ein Gefäß mit reinem Wasser, dem er etwas Enzymen beimischt, bei einem pH-Wert von etwa 6.o. So bleiben die Pflanzen für ein paar weitere Tage im LED-Zelt bei 12 Stunden Licht, um Photosynthese betreiben zu können und die Nährstoffe zu verstoffwechseln.

In ihren letzten Tagen haben die Pflanzen noch mal reichlich Durst, deshalb muss der Grower die (Gefäße täglich kontrollieren und gegebenenfalls nachfüllen.
Dies ist natürlich eine relativ aufwendig Methode, aber wie uns auch Simon von der niederländischen Hanfsamenbank Serious Seeds versicherte, der einzige Weg, um auf Erde gewachsene Pflanzen „zu spülen”.
AIs es an das Schneiden und Maniküren der LED-Buds ging, fiel unserem Grower sofort der intensive Geruch und die klebrigen Blüten auf. Er bekam sie kaum wieder von den Fingern, so harzig waren sie. Auch der geringe Blattanteil machte ihm Freude. Die etwa 35 bis 4o cm hohen Pflanzen waren von oben bis unten voller Blüten. Selbst an den Seitentrieben hatten sich schöne Buds entwickelt. Doch am Ende entscheidet auch die Waage darüber, ob die Erwartungen erfüllt werden können. In Sachen Qualität war unser Grower schnell überzeugt, LEDs sorgen für eine besser Harz- und Wirkstoffkonzentration. Das konnte er ziemlich schnell sehen und riechen. Doch ob der Ertrag den Aufwand und die Investition — die getestete Konfiguration kostet rund i.000 Euro — rechtfertigen würde, war zu hoffen, aber nicht immer offensichtlich. Im Vergleich zum NDL-Zelt waren die Pflanzen im LED-Zelt deutlich kleiner. Auch die größten Blüten im NDL-Zelt übertrafen die größten aus dem LED-Zelt. Jedoch waren die Pflanzen im NDL-Zelt deutlich weniger dicht mit Blüten besetzt. Erst kurz vor dem Druck dieser Ausgabe teilte uns der Grower das Ergebnis mit: Insgesamt konnte er 413 Gramm (getrocknet) ernten. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, der Grower ist begeistert. Er möchte aber noch weitere Durchgänge machen und sollten diese ähnlich positive Ergebnisse bringen, so ist er sich sicher, sei der Damm gebrochen und endlich eine adäquate Alternative zu HPS gefunden.



 
 

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